Klassik mit dem kapitalisten – Teil 4: „Das Steigerlied“

Werte Leser,

Zunächst einmal spiele ich den Ankündigungslord und teile mit, dass es im Sommer, also im Juli/August, nach meinem Umzug wahrscheinlich wieder Hassvideos von mir geben wird. Stay tuned.

Heute soll es aber mal wieder um die Musik gehen. Als rechtsextremer, faschistoider und rassistischer Nazi, der ich ja in den Augen der gestörten Linken nun einmal bin, gehört es quasi zum guten Ton, bei jedem Fackelzug mit den Kameraden deutsche Volkslieder zu schmettern.

Eins davon und zwar ein wirklich Wunderschönes und Bewegendes, möchte ich euch in diesem Beitrag vorstellen. Selbstverständlich handelt es sich dabei um ein ostdeutsches Volkslied, da wie wir aus der Presse wissen, die ganzen Nazis immer aus Ostdeutschland stammen und zwar genaugenommen aus dem schönen Sachsen.

Es geht um das „Steigerlied – Glück auf, der Steiger kommt“, welches aus dem sächsischen Erzgebirge stammt und bis heute sich unglaublich großer Beliebtheit erfreut und sogar dem ein oder anderen abgewichsten RWE-Chef die Tränen in die Augen bei diversen Veranstaltungen treibt, nachdem man die Zechen dicht gemacht hat.

Die Geschichte des Steigerlieds ist nicht genau bekannt, es gibt aber Belege dafür, dass die Ursprünge bis in das 16. Jahrhundert zurückreichen. In der Wikipedia steht, dass die dritte und vierte Strophe, also

Aus Felsgestein graben sie das Gold,
|: und dem schwarzbraunen Mägdelein, bei der Nacht 😐
|: dem sein sie hold 😐

Und kehr ich heim zu dem Mägdelein,
|: dann erschallt des Bergmanns Gruß bei der Nacht 😐
|: Glückauf, Glückauf! 😐

in dem Lied „Es soll ein Meidlein früh auf stan“ dort als elfte und zwölfte Strophe aufgeführt sind. Dieses Lied ist übrigens nicht zu verwechseln mit dem später entstandenem, unter dem, als „Brombeerlied“ bekannten „Es wollt ein Mägdlein früh aufstehen“. Erschienen ist „Es soll ein Meidlein früh auf stan“ im Zwickauer Liederbuch „Bergreihen I“, welches 1531 veröffentlicht wurde.

Johann Georg II. (Anhalt-Dessau) – Wikipedia

In einer Festveranstaltung 1678 in Schneeberg, zu Ehren des sächsischen Kurfürten Johann Georg II. begann der Bergchor mit kräftiger Stimme „Wach auff! Wach auff! Der Steiger kömmt!“ zu singen, wobei das Lied als eigenständiges Werk erst 22 Jahre später, in dem 1700 im sächsischen Freiberg erschienenen „Bergliederbüchlein“ veröffentlicht wurde.

Der Inhalt des Steigerlieds setzt sich mit dem harten Leben der Bergmänner (m/w/d) auseinander, welche nach getaner Arbeit froh sind, am Abend wieder zu ihren Liebsten (m/w/d) heimzukehren. Dabei gibt es natürlich unzählige Variationen des Textes.

Interessant ist auch, dass das ursprüngliche Lied um die sogenannten Fakultätsstrophen im Laufe der Zeit ergänzt wurde und übrigens bis heute ergänzt wird, was das Wesen eines echten Volkslieds ausmacht. So beschreibt die ursprüngliche Fakultätsstrophe zunächst den reinen Zechenarbeiter:

Wir Bergleut sein’s kreuzbrave Leut,
|: denn wir tragen das Leder vor dem Arsch bei der Nacht 😐
|: und saufen Schnaps 😐

Das Lied wurde aber im Volksmund um weitere Strophen ergänzt, die derjenige, der den Steiger mimt mit einem „Sind [Berufsgruppe] anwesend?“ in die Runde fragt und dann diese entsprechend mit einer Strophe meist sehr schlüpfrigen Textes antwortet.

Wir BWLer sein’s kreuzbrave Leut,
|: denn wir fälschen die Bilanzen, und versaufen die Finanzen 😐
|: und saufen Schnaps 😐

Wir Chemiker sein’s kreuzbrave Leut,
|: denn wir brauen euch aus Kohle, Schnaps und andre Alkohole 😐
|: und saufen Schnaps 😐

Wir Geologen sein’s kreuzbrave Leut,
|: denn wir klopfen an die Steine, aber Ahnung ham‘ wir keine 😐
|: und saufen Schnaps 😐

Wir Physiker sein’s kreuzbrave Leut,
|: denn wir spalten die Atome, und benutzen nie Kondome 😐
|: und saufen Schnaps 😐

Wir Psychologen sein’s kreuzbrave Leut,
|: denn als Arbeitsplatz uns nahmen, wir die Couch mit fremden Damen 😐
|: und saufen Schnaps 😐

Besonders bemerkenswert ist auch, dass das Steigerlied sich bis heute großer Beliebtheit erfreut und zwar überall dort, wo es einen historischen Bezug zum Bergbau gibt. Dies liegt mitunter daran, dass die Bergleute mit der Förderung von Kohle einen Großteil zum Wiederaufbau des zerstörten Deutschlands beigetragen haben und bis heute in den entsprechenden Regionen von der Bevölkerung, ungeachtet der grünen Hasspropaganda, sehr geachtet werden.

So ist es kein Wunder, dass als inoffizielle Hymne des Saarlandes das Steigerlied gilt und es bei diversen Fußballvereinen wie dem FC Schalke 04, als auch Rot-Weiss Essen und selbstverständlich dem FC Erzgebirge Aue gespielt wird.

Übrigens war das Steigerlied auch irgendwann mal fest verwurzelt bei SPD-Parteitagen. Also als die SPD auch noch geglaubt hat, die Arbeiterschaft zu vertreten. Ja, ich weiß – lang, lang ists her.

Jetzt ist natürlich die Kohleförderung nicht unbedingt eine zukunftsträchtige Technologie und erst recht kein Wachstumsmarkt – zumindest, wenn man nicht gerade Chinese ist.

Aber in Anbetracht dessen, dass vor allem ein immenser Teil des deutschen Wohlstands auf diesem Zweig beruht, in dem sich Bergleute über Jahrzehnte hinweg den Arsch dafür aufgerissen haben, dass andere diesen wärmen konnten, sollte man dafür etwas mehr Respekt entgegenbringen. Und das schreibe ich als schnöseliger BWLer, der nicht nur laut Lied ja die Bilanzen fälscht und die Finanzen versäuft.

Übrigens ist meine Lieblingsinterpretation von keinem Geringerem als – TADADADA – HEINO!

Mir gefällt dessen kraftvolle Interpretation und das typisch deutsche, rollende Rrrrrr. Überhaupt habe ich, seitdem ich rechtsradikaler, faschistoider und rassistischer Nazi geworden bin, deutsche Volksmusik für mich entdeckt.

Ich kann hier nur den großartigen Kanal von Dr. Ludwig empfehlen.

Ansonsten wünsche ich euch nun viel Spaß beim Durchwühlen von YouTube nach den verschiedenen Interpretationen des Steigerlieds. Und beim nächsten Fackelzug mit den Kameraden, wo ihr es laut mitgröhlen könnt, natürlich auch!

Es grüßt wie immer selbstgefällig,

Der Kapitalist

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