Linke Luschen

Liebe Lesende (m/w/d),

Die Verträge sind gemacht und es wurde viel gelacht. Und was Süßes zum Dessert. Freiheit. Freiheit.

Spaß beiseite – nach meinem Umzug in mein Domizil am Vierwaldstättersee, werde ich hier häufiger wieder schreiben und ggf. auch mal wieder das ein oder andere Hassvideo produzieren können. Warum jetzt die Schweiz? Naja, die Umsetzung meines Plans A mit Malta und Südamerika erwies sich während einer Pandemie als ziemlich aufwändig. Durch einen glücklichen Zufall wurde mir über diverse Kontakte das Land der Eidgenossen schmackhaft gemacht und ich muss gestehen, dass ich mich mittlerweile ziemlich verliebt habe. Helvetien ist praktisch das Land, das Deutschland mal hätte sein können…

Außerdem kann ich aus der Schweiz mich viel besser in diverse Projekte einbringen, an denen ich momentan beteiligt bin.

Wie schon angekündigt: es wird großartig, Froinde!

So viel zu mir. Heute soll es aber mal zur Abwechslung nicht um die AfD gehen, die ich die letzten paar Mal schon kritisiert habe, sondern um unseren politischen Gegner: die „progressive“ Linke.

Wobei die Bezeichnung schon ein Euphemismus ist. Ich würde sie eher als „nützliche Idioten für die Systemeliten“ bezeichnen, was der Wahrheit mehr entspricht.

Man muss sich das mal vorstellen: es gibt Menschengruppen, die werden von Medien gehyped, von der politischen Kaste hofiert, vom Großkapital finanziert und fühlen sich dennoch als heldenhaft mutige Rebellen. Wie besoffen von der eigenen Moral muss man eigentlich sein, um diesen Widerspruch nicht zu bemerken?

Jetzt ist diese Doppelmoral der neuen Linken, das permanente Scheitern an der Realität, sei es nun historisch, ökonomisch, gesellschaftlich oder politisch, nichts Neues. Kennen wir ja aus der Vergangenheit.

Was hingegen neu ist, ist die Systemkonformität. Als ich noch jung war, also ca. vor 100 Jahren, waren die Linken in unserem Umfeld regierungs- und medienkritisch, unangepasst und grundsätzlich skeptisch. Teil des progressiven Elements war es nämlich, den Status Quo zu hinterfragen, um damit dann ein (vermeintlich) besseres System zu etablieren.

Historisch liegt das Ganze in der französischen Revolution, bzw. der darauffolgenden Nationalversammlung von 1789 begründet, wo le côté gauche, also jene, die auf der linken Seite saßen, einen radikalen Umsturz hin zu einem republikanischen System forderten und die le côté droit, also die rechts sitzenden Vertreter eine reformierte Monarchie 2.0 wollten. Diese Sitzordnung und die damit verbundenen Strömungen haben sich dann in Europa verbreitet und wurden zum fest etablierten System.

Die Linken standen also schon immer für das Revolutionäre und damit (System)Kritische.

Diese Grundhaltung hatten eigentlich alle Linken, vom „Fuck the System!“ – Punk, über den militanten Umweltschützer, bis hin zum gemäßigten Juso, der mehr Rechte für die Arbeiterklasse forderte, gemein.

Und auch wenn ich mich selbst nie, niemals gar überhaupt nicht, irgendwie mit den linken Idealen anfreunden konnte, bin ich doch mittlerweile überzeugt, dass es diese im Rahmen eines gesellschaftlichen Dialogs benötigt. Denn das ständige Hinterfragen, Zweifeln und Aufbrechen von Normen zwingt den eher Konservativen, also den eigentlich unpolitischen Normie, der gechillt sein ereignisloses Leben leben möchte dazu, sich mit etwaigen Missständen im bestehenden System, welches er bewahren will, auseinanderzusetzen. Das führt zu gesellschaftlichen Fortschritt und im optimalsten Fall zu einer Verbesserung des Lebens für alle. Zumindest in der Theorie.

Problem bei der Sache ist nur, wenn die Revoluzzer die dominante Rolle einnehmen und ihre revolutionären Gedanken ungehindert in die Tat umsetzen konnten. Es gibt historisch nämlich nur wenige Beispiele, bei der sich die sofortige Zerstörung eines kompletten Systems als gesellschaftlicher Gewinn erwies. Die französische Revolution – so historisch bedeutsam sie auch sein mochte – führte erstmal zu langanhaltenden und äußerst blutigen Bürgerkriegen und letzten Endes zu Napoleons Aufstieg.

Der Abzug der Briten aus Indien nach Gandhis gewaltloser Revolution führte nach dem zweiten Weltkrieg zu ziemlich hässlichen Auseinandersetzungen zwischen Hindus und Moslems und schließlich zur Teilung in Indien und Pakistan, die sich bis heute abgrundtief hassen und beides faktische Atommächte…

India-Pakistan Meme Dump - Album on Imgur

Und über Russland und China, die in kommunistischen Diktaturen mit zig Millionen Toten endeten, brauche ich wohl kein weiteres Wort verlieren.

Problem bei all diesen historischen Ereignissen war, dass durch das entstehende Chaos sich immer neue, meist mächtigere Eliten gebildet haben, die schließlich ihre Macht mit eiserner Hand ausgebaut und gehalten haben. Dasselbe erleben wir heutzutage, aber natürlich in einer etwas anderen Form.

Wir erleben – zumindest meinem Empfinden nach – die Vorstufe zu einer neuen Revolution. Die früher dafür notwendige Gewalt ist viel subtileren Mitteln gewichen. Die politischen Eliten haben sich anders als früher mit dem Großkapital solidarisiert und die einstigen Waffen von damals sind nun Repressionen und Propaganda gewichen.

Und ein Großteil der neuen Linken steht daneben und klatscht.

Ich stelle mir gerade vor, das neue Infektionsschutzgesetz, welches defakto den Föderalismus aushebelt und die Macht in Berlin konzentriert, also die Bundesregierung über alle Maßen hin stärkt, wäre zu Zeiten von Helmut Kohl beschlossen worden. Die Republik hätte gebebt und das zu Recht.

Heutzutage ist die Antifa ironischer damit beschäftigt, Gewerkschaftler umzunieten oder die Karren von Oppositionspolitikern abzufackeln, um beide damit einzuschüchtern. Sehr „antifaschistisch“. In den zwanziger Jahren hat dieselbe Taktik übrigens die SA zunächst als paramilitärische Truppe und später als „Hilfspolizei“ überaus erfolgreich angewandt.

Mittelfristig ging das aber nicht allzu gut für die Jungs aus, als sie ihre Schuldigkeit getan hatten und nicht mehr benötigt wurden. Die Revolution frisst halt nun mal allzu gerne ihre eigenen Kinder.

Und das muss den Neulinken von heute klar werden: wenn die ganzen – in ihrer beschränkten, indoktrinierten Weltsicht – „Nazis“ erstmal ausradiert wurden, was glaubt ihr wohl, wer der Nächste sein wird?

Und mit diesen Worten verabschiede ich mich ins Tagesgeschäft.

Tragt immer schön brav euren Gesslerhut eure Maske, Froinde!

Es grüßt wie immer selbstgefällig,

Der Kapitalist

Veröffentlicht in

1 Kommentar

  1. Tja, das ist es ja was von den meisten Linken, und da vor allem dem autonomen Spektrum, wenn, dann nur mit verlegenen Blicken kommentiert wird. Die Frage: findet ihr’s nicht seltsam dass ihr das gleiche Lied singt wie die Vertreter des Systems, das ihr ja so dringend fucken wollt? War mal anders und hatte auch eine Berechtigung – das sehe ich auch so. Allerdings blicken gerade die militanten Antifas es scheinbar nicht, dass sie zur SA 2.0 mutiert sind.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s