Klassik mit dem Kapitalisten – Teil 3: „Der alte BarbarossA“

Es ist gerade 1:15 und ich sollte eigentlich ins Bett gehen, da ich in etwas weniger als 7 Stunden wieder produktiv sein muss. Aber da es manchmal Dinge gibt, die keinen Aufschub zulassen und das Böse ohnehin niemals schläft, habe ich mich dazu entschlossen, hier mal wieder meinem selbst auferlegten Bildungsauftrag nachzukommen.

Da dieser Blog ja bekanntlich von einem „Rechtsextremen, Reichsbürger, Faschisten, Verschwörungstheoretiker, Rassisten und Nazi“ verfasst wird und meine Leserschaft natürlich auch nur aus „Rechtsextremen, Reichsbürgern, Faschisten, Verschwörungstheoretikern, Rassisten und Nazis“ besteht, soll dieser Beitrag meine sog. „Credibility“ unterstreichen.

Es geht nämlich um die Komposition eines Gedichtes. Eines deutschen Gedichtes. Geschrieben von einem Deutschen und komponiert von einem Deutschen. Mehr Nazi geht eigentlich auch kaum, oder?

Falsch, meine Froinde! Es handelt sogar noch von einem Deutschen. Und zwar von einem deutschen Führer, also nicht dem Führer, sondern einem Kaiser des Heiligen römischen Reiches deutscher Nation, der den Spitznamen „Rotbart“ trug.

Bildergebnis für Barbarossa

Es handelt sich natürlich um Friedrich I. der unter Historikern und selbstverständlich Rechtsextremen auch besser bekannt als „Barbarossa“ in die Analen der Geschichte eingegangen ist.

Da ich kein VolksLehrer bin, will ich euch hier keine Geschichtsstunde geben, sondern nur erwähnen, dass Barbarossa der einzige deutsche Kaiser ist, dessen Begräbnisstädte bis heute unbekannt ist – man vermutet Tyros, aber genaues weiß man wohl nichts. Der Tod selbst war wohl auch nicht allzu ruhmreich, man vermutet, dass der arme Bursche im Fluss Saleph ertrunken ist; wahrscheinlich sogar, weil er einen Herzinfarkt erlitt. Shit happens.

Viel interessanter ist aber die Legendenbildung, die sich nach seinem Tod entwickelte und zu einer Vielzahl von Sagen und Mythen um seine Person führte.

Bildergebnis für Barbarossasage

Die Bekannteste ist wohl die Barbarossasage, die die Älteren Nazis unter uns, wohl noch aus ihrem Geschichts- oder eher Deutschunterricht noch kennen dürften. Demnach ist der alte Barbarossa durch einen Zauber der Zwerge in ein unterirdisches Schloss im Kyffhäuser gebunden, wo er schläft und alle hundert Jahre aufwacht und seinem Diener, dem Zwerg Alberich aufträgt, den Berg zu verlassen, um nachzusehen, ob die Raben noch fliegen. Erst wenn diese durch einen Adler vertrieben wurden, kehrt Barbarossa zu seinem Volk zurück, um Frieden und Einheit zu stiften.

Friedrich Rückert hat daraufhin das bekannte Gedicht geschrieben, dass wir wie diverse andere Klassiker damals im Gymnasium lernen mußten und ich eigentlich bis vor einer Stunde oder so, wie meine gesamte Schulzeit, erfolgreich verdrängt habe.

Bildergebnis für Friedrich Silcher

So weit, so unspektakulär. Was aber wirklich so unfassbar gut ist und mich dann final zu diesem Artikel inspiriert hat, ist die von Philipp Friedrich Silcher komponierte Melodie dazu. Leider habe ich auf die Schnelle nicht allzu viel gefunden; ich kann aber nur so viel sagen, dass der vierstimme Chorsatz Trauer und Erhabenheit gleichermaßen verkörpert – eben so, wie man sich einen gefangenen, einsamen König unter einem Berg vorstellen würde.

Aber verdammt, hört einfach selbst. Es ist einfach so packend und ästhetisch – echte Kunst.

Ich persönlich kannte zwar das Gedicht, aber die Vertonung davon noch nicht. Übrigens scheint es auch eine Vertonung von Joseph Gersbach zu geben, aber die habe ich wie gesagt, nicht auf die Schnelle gefunden.

Also, es ist jetzt 2:13. Zeit in die Heia zu gehen. Wir sehen uns dann irgendwann mal am Kyffhäuser, Kameraden.

Es grüßt wie immer selbstgefällig,

Der Kapitalist

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