Ignorante „Influencer“

Eigentlich habe ich derzeit, außer dem zweifelhaften Vergnügen immer wieder mal ein wenig Hass & Hetze in den sozialen Medien zu verbreiten, nicht wirklich viel Freizeit. Habe ich schon erwähnt, dass GROßES ansteht, Froinde? Naja, egal.

Allerdings ist gerade Mittagpause und ich weder diese nutzen, um mich mal wieder über die Pseudomoralisten und -liberalen der sog. „bürgerlichen Mitte“ zu echauffieren. Ich weiß, ich weiß – ich hab ja schon auf die FDP vor einiger Zeit eingedroschen, aber seien wir mal ehrlich, diese hat es auch verdient.

Heute soll es aber mal um diverse politische „Influencer“ gehen, die die letzten Jahre ja wie die Fliegen aus dem Boden geschossen sind. Auch hier wieder ein kleiner Disclaimer vorweg: ja, ich schätze die Arbeit von Aufklärern, Comedians, Künstlern, etc. – kurz die gesamte Gegenkultur, die sich die letzten Jahre im Internetz gebildet hat und unterstütz(t)e diese ziemlich lange. Und hey, einer dieser rechten Lumpen, den ich supporte, macht tolle und witzige Animationen und betreibt sogar diesen Blog – stellt, euch einmal das vor.

ABER es wird hier jetzt einmal Zeit, die ganze Nummer (selbst)kritisch zu beleuchten. Der Funken, der meine kurze Lunte gezündet und damit die Flammen meines Zorns entfacht hat, war dieses Video:

„Aber hey Capi, du hast doch die Wernli auch mal so toll gefunden, wieso jetzt der Wandel!!?!?“ Ja, das ist richtig. Ich habe das Video auch nicht mal angesehen und mir geht es auch 0,0 um die inhaltliche Bewertung, sondern um das prinzipielle Muster dahinter. Und das ist gleich. Immer.

Eine auf Kohlenstoff basierende Lebensform (wir wollen ja schön divers bleiben und sind keine Speziesisten!!1) ist sauer und kommentiert aus ihrer Perspektive irgendein Thema – so wie ich in diesem Blog gerade. Der Fokus dabei ist immer irgendein zum Himmel schreiender Skandal, in dem es um die Bedrohung der Grundrechte oder um die Einschränkung der persönlichen Freiheit geht. Man kotzt sich also – so wie ich auch – 20 Minuten darüber aus. Fertig.

Und hey, das ist auch völlig okay. Wenn man am Anfang steht.

Mittlerweile werden unsere Grundrechte und die persönliche Freiheit aber schon seit mehreren Jahren bedroht und eingeschränkt; der bigotte Normie in seinem Elfenbeinturm hat aber einfach mal gepflegt darauf geschissen, als das Auto seines Nachbarn von der AfD abgefackelt, ein Shlomo Finkelstein vom Spiegel gedoxxt, oder die Kanäle von YT-Kollegen unter fadenscheinigen Gründen in die ewigen sozialen Jagdgründe eingegangen sind. Der verlogene, rückgratlose Normie hat – wenn überhaupt – in 2 Minuten sein Beileid bekundet und die Tat aufs Schärfste verurteilt. Also genau DAS getan, was er an unserer Bundesregierung in seinen Videos kritisiert, wenn mal wieder ein importiertes Goldstück seinen Mitmenschen Liebesgrüße aus Solingen übermittelt.

Ja, juckt.

Wenn also JETZT, nach mehreren verfickten Jahren gesellschaftlicher Repression kritischer Kommentatoren die liebe Tamara sich hinstellt und allen Ernstes ein Video mit dem Titel „WiE SoZiaLiStEn UnSErE FrEiHeiT RaUbEn WolLeN“ in den Äther rotzt, dann frage ich mich, wo die gute Frau die letzten Jahre gelebt hat; okay, in der seeligen Schweiz – das könnte auch ihre verzerrte Wahrnehmung erklären.

Und diese Kritik ist stellvertretend und lässt sich übrigens beliebig ausweiten. Ein Gunnar Kaiser, den ich übrigens auch ziemlich lange unterstützt habe (und inhaltlich immer noch sehr schätze), regt sich JETZT über Freiheitseinschränkungen auf, wo es dank Corona ans Eingemachte geht und irgendein paar seiner pseudointellektuellen Künstlerhomies sich keinen Sojalatte mehr dank gecancelter Auftritte leisten können und wundert sich allen Ernstes dann, warum er auf einmal als rechtsextremer Verschwörungstheoretiker gebrandmarkt und selbst gecancelt wird?

Sorry, aber dieses Verhalten erinnert mich stark an das bekannte Niemöller -Zitat. Ich meine okay, es werden unliebsame, subversive Elemente noch nicht in Lager depor… ach verdammt. Okay, das Zitat ist eigentlich ziemlich passend für die derzeitige Entwicklung.

Solidarität für die Meinungsfreiheit bei diesen Pappnasen ist übrigens auch so ein hohler Begriff, der in etwa so viel Wert hat wie ein Napf voller Hunderotz. Kann sich jemand noch daran erinnern, als es Miro „Unblogd“ erwischt hat und dessen Kanal ohne Strikes oder Vorwarnung einfach mal so ausradiert wurde?

Damals wurde von bekannten Leuten wie dem Digitalen Chronisten, Martin Sellner, aber eben auch dem rechten Lumpen, der diese Website hier betreibt, ein YT-Streik ins Leben gerufen. Natürlich war das mehr eine symbolische Geste, als der echte Versuch dem Techgiganten in irgendeiner Weise zu schaden.

Dazu gab es allen Ernstes eine „Gegenbewegung“ die unter anderem von einer (Pseudo-)“Libertären“ angeführt wurde, deren Geschäftsmodell es war durch den Wald zu laufen, langweilige Tagesberichte zu zitieren, diese mit ihrem völlig unfundierten Geseier zu kommentieren und dabei nett in die Kamera zu lächeln.

Diese „Libertäre“, deren Vorstellung von Freiheit beim Waffenrecht anfängt und bei ihrer eigenen Redefreiheit auch schon wieder aufhört, hat sich damals allen Ernstes für YouTube und gegen eine dezentrale Plattform wie Bitchute ausgesprochen, wegen Sicherheitsbedenken – das muss man sich erstmal vorstellen.

Es ist eine echte Ironie des Schicksals, dass es auch sie dann später erwischt hat und sie dann zuerst klagen mußte.

Beispiele hierfür gäbe es noch so viel mehr, aber die Mittagspause ist fast vorbei, die nächste Telko steht an und mein Zorn ist eher Resignation gewichen.

Was ist also das Résumé meines kleinen Ausbruchs hier? Meine Ehrliche Antwort darauf ist: alles für den Arsch. Ja.

Diese unzähligen Videos und das ständige Aufregen über Dinge, die jeder, wirklich jeder – der nicht völlig hirnlos, oder gehirngewaschen ist- weiß, oder zumindest erahnt, führt zu keiner Veränderung. In dem Moment, in dem ihr euch über ein Video von Tim K. amüsiert oder aufregt, hat sich eine Flintenuschi dezent ihr Gehalt um satte 2.000 EUR erhöht – pro Monat.

Ja, okay – paar Leute haben ein Geschäftsmodell daraus gemacht und bespaßen mit dieser Empörungsshow den Wutbürger, der nach dem Videokonsum schäumend „GENAU!! MEHRKILL MUSS WEG!!!1“ in die Kommentare reinhämmert, 10 EUR per Paypal überweist und dann denkt, dass er damit Deutschland gerettet hat.

Und das macht man eben so lange, bis man selbst an der Reihe ist und irgendwann mal auch wirklich der Tag kommt, an dem „die Sozialisten unsere Freiheit geraubt HABEN“.

In diesem Sinne möchte ich euch abschließend noch ein Video mit echtem Mehrwert ans Herz legen, welches von einem noch größeren Narzissten als mir selbst stammt.

Viel Spaß in der Hölle, Froinde!

Es grüßt selbstgefällig,

Der Kapitalist

Veröffentlicht in

25 Kommentare

  1. Nach dem das Vorauszuschickende vorausgeschickt sei:
    Well done.

    Sagen wir es offen: Aufgrund unserer Historie hat dieses Volk nicht die Kraft, sich selbst zu befreien! Große Veröffentlichungen bringen auch nix, weil der „Markt“ eh schon abgedeckt ist; inc. der Fransenzonen.
    Da es unwahrscheinlich ist, daß die Polen uns wieder mal raushauen (obwohl, wenn sie um 5.45 zu schießen begännen, niemand zurückschösse und der ganze Spuk dann um halb 11 spätestens vorbei wäre – zumindest sofern die Leibstandarte AKK nicht doch auf 8-radigen Fahrrädern zum Einsatz kommt und sich eine polnische Division darüber tot lacht) bleibt also was?
    Innere Emigration ins private Rococo, bisweilen im engsten Umfeld ein Beispiel für kritisches Denken geben und ansonsten sich die Kultur bewahren und darauf bauen, daß das, was Europa einst ausgemacht hat, irgendwie in der Welt bleiben wird.
    In Konsequenz daraus hieße das, Grün zu wählen, denn je schneller das Grüne Reich kommt, desto schneller wird es untergehen und womöglich sind dann noch ein paar Alte da, die sich erinnern, wie man arbeitet. Erst wenn hier der letzte Industriebetrieb zugemacht, der Strom für 3 Wochen ausgefallen und die Leute bemerken, daß genau deswegen die Klimaerwärmung unsere einzige Überlebenschance ist, wird sich was tun. Tja.
    Bonne journée.

    Gefällt mir

    1. Großartiger Kommentar! Ich hoffe ja immer noch auf den friedlichen Anschluss an die Schweizer Eidgenossen als zusätzlichen Kanton, oder einen Überfall des Fürstentums Liechtenstein aber warum sollten die sich das auch antun?

      Wahrscheinlich dürfte g2r relativ viel beschleunigen; ob wir aus der Nummer aber ohne eine weitere Totalzerstörung rauskommen, ist ebenfalls fraglich. Mit Zynismus und Humor kann man den Alltag aber in der Tat besser ertragen.

      Gefällt mir

      1. Hm. Ich rechne auch nicht damit, daß es ohne Totalschaden abgehen wird. Das Grüne Reich wird genauso elend untergehen, wie das 3. Wenn wir Glück haben, mit Versorgungszuständen wie der DDR. Und schuld wird immer irgend ein Nazi sein – das Klima, das Virus, der Klassenfeind oder der XY-Leugner.
        Aber wenns schnell geht, haben wir noch n paar Trümmer-(alte weiße cisheteronormative)Männer,

        Gefällt mir

    1. Sich über die Leute in Blogs aufzuregen, die Videos schauen und sich darüber aufregen.

      Nein, Spaß beiseite. Ich glaube, dass es wichtig ist, sich zu organisieren und Strukturen zu bilden. Damit meine ich jetzt nicht, dass man in den Wäldern nen germanischen Stamm larpt, so wie das einige aus dem rechten Lager am liebsten tun würden. Bildet Netzwerke, Stammtische, engagiert euch in Vereinen, scheffelt Kohle, die ihr dann in förderungswürdige Projekte investiert, entwickelt Geschäftsmodelle außerhalb des Systems usw.

      Und seid dabei clever. Diskret.

      Ich denke, dass das mehr bringt, als jeder Social Media Kommentar oder auch jede Demo.

      Gefällt mir

  2. Ah. doch noch was wichiges: Heiter bleiben! Auch gern mit sardonischem Lachen! Denn der Feind kennt keinen Humor. Und das ist die einzige Waffe, von der wir mehr haben als die.

    Gefällt mir

  3. Ah. doch noch was wichiges: Heiter bleiben! Auch gern mit sardonischem Lachen! Denn der Feind kennt keinen Humor. Und das ist die einzige Waffe, von der wir mehr haben als die.

    Gefällt mir

  4. Richtig, man hat genug Wissen gesammelt und so langsam wird die Regierungskritische Zeug zu ein Kreisgewichse das auch nur zu unterhaltung dient.

    Ich folge auf YT Leute die neben Kaiser auch mit Philosophie betreiben aber nicht teils des eigenen Lager.

    z.B. finden die Libertäre Fortschritt super und Toll.
    Aber sehen nicht die Probleme das die Konsum/Wegwerf/Industrie Gesellschaft. Vor kurzem habe ich angefangen Ted Kaczynski
    Manifest zu lesen. Seine Kritik hat mich mehr zum Nachdenken gebracht als ständige Kreisgewische. Seit Anfang des Jahres beschäftigt mich die Kritik an den Consoomerismus

    Kleine Anekdote das ich erlebt habe. Ich hatte ein Video in ein Libertären Server gepostet. Es handelt um dieses hier. https://youtu.be/9BH8nqy0SPk
    Der Titel verrät worum es da so geht.
    Viele haben dann das es Cringe sei. Weil er den Satz sagte „… und dieser Individuallismus heutzutage.“ Einer meinte das er Pausenlos über andere leute eschoffiert.
    Den Standpunkt des Video fand ich interessant. Aber anscheinend könnte hier und dort sagen wir mal geistigen Inzucht eingetreten sein.

    Gefällt mir

    1. Exakt. Darum geht es. Man bedient nur noch die Empörungskultur, also genau das, was man sonst diesen linken PoMo-Schwachmaten vorwirft. Wenn es denn wenigstens noch einen künstlerischen Mehrwert hätte, sowie Shlomos oder IWs Video, also mit Memes, Zusammenschnitten, musikalischer Untermalung, etc. – aber nur durch die Wald zu latschen und Zeitungsberichte zu kommentieren, ist halt in etwa so nachhaltig und sinnvoll wie die Energiewende.

      Gefällt mir

      1. Na ja, es gibt ja unterschiedliche Videos / Arten der Unterhaltung. Es gibt Unterhaltung mit Mehrwert und dann gibt es plumpes Füttern der isolierten Echokammer.

        Videos schauen an sich, ist ja kein Problem, (meine Güte!).
        Ich versteh auch nicht, wie man alles immer so fehlverstehen kann.

        Auf meinem Telegram Kanal hatte ich bereits vor ein paar Tagen einen Post dazu gemacht. (Ab hier beginnt der Kommentar auf Telegram: https://t.me/dionsblog/275)
        Es ist ja eigentlich nicht mal mehr Unterhaltung in dem Sinne, was sich da mittlerweile entwickelt hat. Es ist, wie beschrieben, die plumpe Fütterung einer isolierten Kammer. Das Futter selbst ist nicht authentisch. Nach dem 100. Mal so zu tun, als sei die selbe Angelegenheit etwas Neues zu empören ist einfach pseudo.

        Es wird ja zu großen Teilen nicht mal mehr wirklich versucht andere Leute, als die eigene Stammzuschauerbasis zu berühren.
        Es ist (intellektuell) faul. Gefördert wird die Stagnation.

        Gefällt 1 Person

  5. Wenn diese Form der Kritik auf den Kanälen neu ist, dann kann man die Kritik an diesen auch so teilen. Allerdings ist es bei Leuten wie Kaiser keineswegs eine Neuheit und die Art der Kritik seit Jahren gleichartig. Das er das in der Form auch stetig aufwärmt liegt nicht nur an seinem enormen Wachstum des letzten Jahres, sondern auch der Neuausrichtung des Kanals aufgrund des notwendig gewordenen Brotverdienstes. Kaiser ist sich seit längerem, bereits vor den IB Fronts darüber bewusst in welche Ecke man ihn stellt. Das ist auch damals schon bei 50k Followern immer wieder geschehen. Seine Kritik an herrschenden Strukturen inkl.seiner Kampagne in Punkto Cancel Culture wurden lediglich durch die Dingen in den letzten 1 1/2 Jahren untermalt worden. Insofern halte ich die Kritik in einigen Fällen für berechtigt, kann ihr aus genannten Gründen aber nicht vollständig zustimmen.

    Gefällt 1 Person

  6. Nein, sorry – das stimmt so einfach bzw. bis auf die Sache mit dem Geschäftsmodell des Empörtaintments nicht.

    Die Kritik ist weder „neu“ (das Netz ist seit 5 Jahren voll davon, ganz YT-Deutschland regt sich mehr oder weniger seit Jahren über Zensur auf – Shlomo ist quasi das erste und „prominenteste“ Opfer – da hatte Gunnar noch 5.000 Abonnenten und ich weiß es, weil ich seit dieser Zeit ca. Patreon bei ihm war) noch hat irgendeinen intellektuellen Mehrwert, außer die Fans zu bespaßen.

    Und wie gesagt, dass er jetzt – wo er das weiche Bett des Beamtensalärs verlassen musste – natürlich auch gezwungen ist, das Publikum zu empören, ist doch genau der Punkt, den ich in meinem Beitrag mache. JETZT, wo er Kohle braucht, fährt er genau die Schiene wie Tim Kellner & Co. für die er sich eben noch vor nem Jahr noch zu schade war (weil hat ihn ja alles nicht betroffen). Das ist einfach in Anbetracht des Zeitraums nur opportun und vor allem heuchlerisch – obwohl er zumindest rein inhaltlich mit allem absolut Recht hat.

    Gefällt mir

    1. Das wovon du sprichst findest du zahlreich in den vielen Videos der Vergangenheit. Ob zur Thematik Klimawandel, ÖRR, Gesellschaftskritik, Kulturverfall usw. usf. Es hat sich einzig die Schlagzahl erhöht. Insofern sehe ich einfach nicht das deine Kritik hier zutrifft. Das einzige was ich daraus lesen kann, und dem stimme ich sogar zu, ist dass sein Content durch die hohe Frequenz an Qualität verloren hat und es sich mittlerweile nur noch ganz selten lohnt ein Video zu schauen. Selbst zuvor lässt sich darüber streiten ob sein Content einem persönlich einen intellektuellen Mehrwert bot. Übrigens war er nicht gezwungen den Job aufzugeben.

      Gefällt mir

      1. Nun, ich sage auch mal was dazu.
        Meine Ansicht:
        Die Gültigkeit der Kritik sieht man vermutlich dann nicht, wenn einem nicht ganz klar ist, in welcher Situation (gesellschaftlich) und wie lange wir uns bereits darin befinden. Oder was alles schon passiert ist.
        z.B. kritisierte ich Gunnar Kaiser, als er sagte: „Wollen wir das Thema der Freien Meinungsäußerung wirklich den Rechten überlassen“.
        Diese Perspektive zeigt mir jedenfalls sehr gut, was man noch nicht begriffen hat und was den rollenden Stein so schnell rollen lässt.
        Die Meinungsfreiheit wird an den Rändern verteidigt. Von JEDEM der sie verteidigen will. Wer das nicht verstanden hat, macht entweder Show oder begreift die Lage nicht. Und es kam und kommt, wie es kommt.
        Gunnar macht gute Videos. Aber eben auch Kritikwürdiges.

        Und der Allgemeinzustand, der hier in diesem Eintrag angesprochen wird, den sehe ich genau so, denn ich verfolge das jetzt schon seit 2015. Es hat sich nichts verbessert. Im Gegenteil. Es ist generischer geworden. Weniger effektiv und viele wurden einfach wegzensiert. Also mit wem ich die Meinungsfreiheit verteidigen will liegt für mich auf der Hand: Mit Menschen, die diese authentisch verteidigen wollen.
        Und nicht bloß mit meinem kleinen Tribe der „Nicht ganz so Rechten, die ja gar nicht so doof sind, wie die AfD o.ä.“

        Gefällt mir

      2. Das ist doch Quatsch. Gunnar hat in erster Linie intellektuelle Videos ÜBER Meinungsfreiheit gemacht, aber null reagiert als es einen Shlomo Finkelstein, oder einen Martin Sellner erwischt hat. Okay, für letzteren hat er immerhin ein geradezu lächerliches Alibivideo gemacht – Solidarität gabs dennoch nicht. Die Redefreiheit ist diesen lächerlichen Gestalten völlig egal, wenns nicht gerade ihre eigene, oder die ihrer Homies betrifft.

        Und du glaubst nicht allen Ernstes, dass Kaiser seinen Job behalten hätte, als er angefangen hat, offen die Regierung zu kritisieren? Auch das war kalkulierter Opportunismus: kann ich mit meinem Hobby genug Kohle verdienen?

        Mit irgendwelchem pseudointellektuellem Geschwätz, das keine Sau interessiert, wohl nicht, also muss eine neue Zielgruppe her – der vom System angepisste Boomer, der sich für Tim Kellner Videos zu schade ist. Und seitdem läuft die Empörungsmaschinerie – ein Geschäftsmodell.

        Und ich kritisiere nicht das Modell, sondern die Heuchelei dahinter.

        Gefällt 1 Person

  7. @Dion:
    Den Hinweis auf die Zeitspanne verstehe ich in Punkto Kaiser ebenso wenig. Wenn du dir auf seinem Kanal mal die ältesten Videos zuerst anzeigen lässt, findest du hier gleichartige Kritik zu der, die er auch heute übt. Insofern kann ich die Kritik an meinem Einwurf nach wie vor nicht nachvollziehen. Zumal Mutmaßungen über das Bewusstsein, aus der die Kritik resultiert, nicht wirklich zum Diskurs beitragen.

    Es macht im übrigen wenig Sinn mit Reaktionären Freiheiten zu verteidigen, die von eben jenen nur zu von ihnen definierten Unfreiheiten umgemünzt werden sollen. Insofern verteidige ich Freiheiten nur mit Menschen, die von Freiheit tatsächlich auch vollständig überzeugt sind. Ich stelle mal die Vermutung in den Raum was hier mit „Rechten“ gemeint war. Da Libertäre in aller Regel kein Problem mit Konservativen haben, es ohnehin viel Schnittmenge gibt, wird er damit etatistische Rechtskollektivisten wie jene von der IB oder der AfD gemeint haben. Und das sind doch in der überwiegenden Mehrheit jene, die nur deshalb Freiheit schreien da ihre Position nicht die Tonangebende ist. Wir wollen weder ein Meinungsdiktat von Links noch von Rechts. Wieso also Kämpfe gemeinsam mit Menschen führen, die der eigenen politischen Anschauung feindlich gesinnt sind?

    Gefällt mir

    1. Ich habe Gunnar Kaiser schon geschaut, als er noch 2000 Abos hatte.
      Willst du jetzt seinen Stillstand, seine Unverändertheit als Argument anführen?
      Das Problem was ich dabei mit Libertären habe, ist, dass sie nicht pragmatisch, sondern beinahe autistisch prinzipienorientiert sind.
      Das führt dazu, dass man in der Realität überhaupt nichts erreicht, weil man mit dieser nicht operiert, sondern mit allgemeinen Ideen. Man passt sich nicht den Umständen an. So zieht die Welt an einem Vorbei. Und das sieht man jetzt auch.

      Etatatata. Einen Kreativen kannst du nicht Anarchokaptialistischen Weltanschauungen abholen.
      Wenn ich die Welt so schwarz weiß einteilen würde, dass entweder NUR diese eine Sichtweise, ob NUR Privat, oder NUR Staat, oder NUR Mitte ein funktionelles Konzept sei, würde ich mir das Leben einfacher machen. Dann müsste ich nämlich alles immer nur dieser einen Sichtweise unterordnen. Und nicht jedes Mal im Fall draufschauen und z.B. einem Schaden-Nutzen-Prinzip unterwerfen.
      Das ist sehr einfach.

      Wir sind derzeit weiter von einem Rechtsnationalen Autoritär-Zustand entfernt, als von einer Marsbesiedelung.
      Aus gegebenen Gründen alleine gibt es schon keinen Grund, sich da militant gegen zu stellen. Das is doch reine Optikpolitur des Einzelnen. Oder vorauseilende Distanzierung. Oder deute ich das falsch?
      Aber auch ganz allgemein, wenn man Ideen mit einander vergleicht, lehne ich nicht prinzipiell alles ab, was nicht eisenhart den Stempel meines Tribes trägt. Ich habe aus meiner Natur heraus nicht mal einen festen Tribe, dem ich mich zugehörig fühle.
      Pragmatismus ist für viele ein Fremdwort.
      Aber mein nützliches Werkzeug.
      Ich finde es so wie so ironisch, wie Libertäre dem puren Individualismus im Kollektiv mit Parolen huldigen.

      Aber irgendwo hat irgendwer mal ein Buch von einem Autor gelesen, der mal irgendwo mal ein Zitat einer Persönlichkeit erwähnt hat, von der bekannt ist, dass sie mal mit jemandem gesprochen hat, der etwas gesagt hat, was man als unfrei verstehen kann.

      Das musste ich jetzt so überspitzt sagen.

      Punkt ist, ich bin politisch in erster Linie Pragmatiker und ich habe keine Blaupause einer Ideologie, die ich zu meiner Identität gemacht habe.
      Ich bin einfach nicht so unzweifelhaft von der Unfehlbarkeit meiner Ideen überzeugt, als dass ich ein absolutes Rezept der besseren Welt vertrete.
      Keine Idee ist so gut, dass sie nicht scheiße enden kann.

      Ist das jetzt positiv zu bewerten, dass, wie du mir darlegst, Gunnar Kaiser seit Jahren die selben Ideen darlegt und heute in erhöhter Frequenz?
      Wenn ich mir den Realzustand anschaue, genauer gesagt, was bereits in der Zeit alles passiert ist und wo wir drauf zusteuern, dann sehe ich immerhin genug Grundlage für eine Kritik an dem Zustand.
      „Es waren ja nur die doofen Rechten, die gesperrt wurden. Die sind ja eh doof und irgendwie komisch und von gestern.“

      Pff… viel Spaß beim bösen Erwachen.

      Gefällt 1 Person

  8. @Dion: das was du Stillstand nennst, ist, wie du später selbst anmerkst, die von dir kritisierte Prinzipientreue. Es führt aus benannten Gründen zu nichts, gemeinsame Sache mit Feinden der eigenen politischen Anschauung zu machen, bloß weil deren Feind auch unser Feind ist. Wieso das auch nichts mit Pragmatismus zu tun hat, habe ich bereits geschrieben. Das bis dato erreichtes noch nicht genügt, belegt die Realität eindrücklich. Das erreichtes jedoch nichts bewirke, dem widerspreche ich doch sehr deutlich. Inkl. der zunehmend klareren Abgrenzung zu Lagern, die Rechtspositivismus als Grundmaxime der Lösung betrachten.

    Unsere Philosophie besagt nicht das unsere Sichtweise die einzig gültige für alle sei, sondern welche sie für uns ist. Wir stehen den anderen politischen Konzepten eben dann im Wege, wenn die Realisierung der gesellschaftlichen Organisation nicht ohne Zwangsteilnahme funktioniert. Auch überlassen wir es Dritten Freiheit für sich selbst zu definieren, so lange dies nicht den Zwang gegen unfreiwillige Dritte einschließt. Wenn ein Rechtsnationaler gerne Ausländer und ein Linksextremer gerne Unternehmer diskriminiert, dürfen sie das gerne auf eigenem Grund und Boden tun. Über die Verletzung der Grundmaxime hinweg zu sehen wäre als würdest du von Rechten fordern, doch mal etwas pragmatischer bei der Akzeptanz von anderen Kulturen, Religionen und Lebensmodellen auf dem tatsächlich eigenen Grund und Boden zu sein und/oder Abstand davon zu nehmen das Gewaltmonopol auf „deutschem Boden“ bloß ändern zu wollen. Merkwürdigerweise nehme ich derlei Forderungen immer nur gegenüber Libertären wahr. Wo nun ein festhalten an der Grundmaxime zu einer Huldigung im Kollektiv wird, bleibt wohl dein Geheimnis.

    Und natürlich ist es positiv zu bewerten, dass die Themen Gunnars nun mehr Reichweite haben. Ungeachtet dessen, dass es für langjährige Zuschauer wie uns, eben keinen direkten Mehrwert in Form des Informationsgehaltes mehr bietet. Diese Kritik trifft ohnehin auf die allermeisten politischen Influencer zu.

    Gefällt mir

  9. @Capi:
    Am Ende bleibt also von deiner Kritik einzig übrig, dass du dir eine besondere Solidaritätsbekundungen für die von dir geschätzten Personen gewünscht hättest, die Kaiser zu keiner Person explizit irgendwo herausgestellt und fernab des übergreifenden Themenkomplexes skizziert hat. Ergo gefällt dir nicht, dass er in seiner Kritik allgemeiner bleibt statt Namen zu droppen. Und das ist dann Pseudointellektuell?

    P.S.: Er hat ein Jahr nach Beginn seiner Kritik an der Corona-Politik gekündigt. Wollte man ihn kündigen, hätte man das längst getan. Aber gerne kannst du natürlich weiter Mutmaßungen zur Verteidigung deiner Kritik aufstellen.

    Gefällt mir

    1. Zu Gunnar hab ich da aus dem Nähkästchen gaaaaanz andere Informationen, die ich hier aber nicht breittreten werde – das kann ich dir mal bei Gelegenheit erzählen. Aber mir gehts nicht um die Person Gunnar Kaiser, oder auch Martin Sellner oder Shlomo Finkelstein. Ich werfe ihm auch nicht Pseudointellektualität sondern simple Heuchelei vor, weil er eben so lange sein Maul gehalten hat, bis es ihm bzw. seinen Homies selbst an den Kragen gegangen ist.

      Und wenn du oben fabulierst, dass „das Erreichte noch nicht genügt“, dann frag ich mich allen Ernstes, was denn das Erreichte sein soll? Eine baldige rot-rot-grüne Mehrheit? Sich annähernde chinesische Verhältnisse?

      Sorry, aber GAR NICHTS wurde erreicht. Das gesamte alternative Lager VERSAGT jämmerlich und der Hauptgrund ist eben vollkommen fehlender Pragmatismus, unflexible Ideologie und weltfremdes Geschwätz von irgendwelchen Utopien. Da kannst du die Libertären, die von ihren Privatstädten schwadronieren und die rechten Kaiserreich-larper, die mit ihrer Armbrust durch die germanischen Wälder streifen, um ihre 14 blonden Kinder zu ernähren in einen Sack stecken.

      Beide Gruppen nimmt keine Sau ernst. Sie sind gesellschaftlich vollkommen irrelevant und daher sind ihre Forderungen ebenfalls vollkommen irrelevant.

      Und währenddessen solidarisiert sich das gesamte linke Lager. Da halten vom Politiker, über NGOs und Journutten, bis hin zum gemeinen Antifa-Prügler auf der Straße zusammen. Und DAS und zwar NUR das ist der Hauptgrund, weshalb die Linken die Politik derzeit voll und ganz dominieren und der unpolitische Normie, den das ganze Identitätsgelarpe null interessiert, aber begeistert applaudiert – weil er eben Geschlossenheit sieht und 24/7 von allen Seiten damit zugeballert wird. Wenn ers von allen Seiten hört, dann wirds wohl auch stimmen, nech?

      Politik bzw. Metapolitik ist knallhartes Business. Jeder, der das nicht rafft, ist einfach ein völlig weltfremder Trottel. Es geht nur um Strategie und Pragmatismus. Und wer nicht bereit ist, aufgrund von weltfremden, weltanschaulichen Differenzen, unliebsame Allianzen zu schmieden, wird halt vom Gegner (der zusammenhält) gnadenlos hinweggefegt.

      Ein Gunnar Kaiser kann sich halt dann moralisch auf die Schulter klopfen, seiner Linie treu geblieben zu sein, während sie ihn ins Gulag abtransportieren. Dürfte den „Linken“ (bzw. eigentlich sind es ja die Eliten, die die dummen Linken nur benutzen) aber auch scheißegal sein, wenn sie aus der derzeitigen Hegemonialstellung es geschafft haben, ein totalitäres Regime zu erreichten.

      Ich persönlich sehe das rein geschäftlich. Ich arbeite auch mit den größten Kotzbrocken und Hurensöhnen zusammen, wenn ich daraus einen Vorteil für mich schlagen kann.

      Hitler wurde damals übrigens auch nur besiegt, in dem erstmal alle zusammengearbeitet haben.

      Gefällt mir

  10. @Capi:
    Jetzt sind wir also von Mutmaßungen zu kruden Behauptungen über Insiderwissen gelangt. Die Argumentationsdecke wird dadurch jetzt nicht dicker… die Cancel-Culture Kampagne sowie zahlreiche Videos zum Thema Meinungsfreiheit sind immer noch älter als Situationen in denen er oder „seine Freunde“ direkt betroffen waren.

    Wie wir Erfolg messen, was wir als Erfolg verbuchen und auch über welche Zeitspanne wir Strategien darin anlegen und verfolgen ist wohl gänzlich unterschiedlich. Die Linke ist stark weil sie über Jahrzehnte mit vollem Einsatz an der Unterwanderung und Aushöhlung gearbeitet hat. Zu erwarten das löste sich binnen kürzester Zeit auf, ist die eigentliche Weltfremde. Was ich sehe ist eine zunehmend stärker werdende, sich vernetzende wahrhaft liberale Bewegung in der Zivilbevölkerung. Die erhöhte Frequenz in Form von Angriffen gegenüber diesen durch eben jene Linke wie auch verkackte Sozialliberale spricht deutlich für eine andere Wahrnehmung und die Einstufung der Gefahr durch eben jene Bewegung. Von deinem Vorwurf bleibt also einzig, dass binnen weniger Monate, vielleicht weniger Jahre, noch nicht genügend Relevanz und Einfluss generiert wurde. Damit kann ich leben, schmälert das die Fortschritte für mich in keinster Weise.

    Vom manischen „Point-of-no-Return“ Gefasel, dass in deiner Argumentation immer wieder durchblitzt, halte ich aufgrund der uns bekannten Geschichte nichts. Harte Zeiten sind aus vielerlei Gründen unausweichlich und schaffen eben gleichzeitig auch Alternativen und Chancen. Je schneller der Kurs zur Zentralisierung fortschreitet, desto schneller schaffen sich dezentrale Lösungen fernab staatlicher Kontrolle. Mit einer historisch wohl einmaligen Chance den Regierungen der Welt die Macht per Druckerpressen zu entreißen. Wer da aber immer noch vor Verbotsforderungen für Bitcoin & Co. zittert, hat es aber einfach nicht verstanden.

    Es bleibt dabei, Allianzen mit konträr gegenüber stehenden Bewegungen mit einem einzigen Schnittpunkt, dem eines gemeinsamen Feindes, am Ende lediglich darin mündet von den ehemalig „Verbündeten“ attackiert zu werden. Man sollte sich nicht in die Mitte des Pendels stellen sondern seine Seite klar als solche herausstellen und die Gegenseite definieren. Nicht die Ausrichtung National vs. International sondern Sozialismus vs. Marktwirtschaft ist die eigentlich entscheidende Frage. Und bei letzterer findet man in der überwiegenden Mehrheit gleichartig verblendeter Vollidioten auf beiden Seiten, die dir bei der erstbesten Gelegenheit dein Eigentum stehlen werden. Soll ich mich denen also nur anschließen um meinem anderen Feind eins auszuwischen, um am Ende von meinem „verbündeten“ Feind eins in die Fresse zu bekommen? Im Gegenteil zum Pragmatismus ist der zunehmende Kurs sogar eine weitergehende Abkopplung und Distanzierung von Egalitären und Identitätsspinnern aller Couleur.

    Im übrigen ist es sehr unterhaltsam wie Privatstadt-Projekte, dessen Blaupause keine 5 Jahre alt ist und derzeit in 5-facher Ausführung in Honduras und alsbald in weiteren Regionen der Welt entstehen, als Utopie zu bezeichnen und die Verfechter der Idee gar mit Reichsbürgern in einen Topf zu werfen.

    Gefällt mir

    1. Okay, dann mal weniger zu Behauptungen, als zu den Fakten, wobei ich mich eigentlich nicht an Gunnar abarbeiten will, weil er nur ein Beispiel für das ist, was hier falsch läuft.

      Das erste Coronavideo stammt von ihm letztes Jahr aus dem Februar mit dem harmlosen Titel „Das Coronavirus kommt mir ungelegen“ und ist eher ne Art Bestandsaufnahme. Da war er auch noch im niedrigen Fünfstelligen Bereich, seine Videos hatten – mit Ausnahme der Lesch-Dissvideos – so um die 15-20TSD Aufrufe. Im März, während des Lockdowns hat er sich sogar noch in paar Satirevideos lustig darüber gemacht, alles so im niedrigen Zehntausender Bereich. Richtig explodiert sind die Klickzahlen nach seinem Wodarg-Video, welches auch sein erfolgreichstes bis dato ist und natürlich – so wie alle anderen seiner Videos auch ein bestimmtes Empörtainmentklientel bedient. JEDES Wodarg-Video war zur damaligen Zeit in Garant für sechsstellige Aufrufe. Das war übrigens vor 11 Monaten. Seitdem hat er fast nur solche Videos produziert, weil er natürlich nicht blöd ist und das Geschäftsmodell von Boulevardmagazinen verstanden hat.

      Seinen Job gekündigt hat er ohnehin erst vor 3 Monaten, als seine Klicks die stabilen 100TSD erreicht haben (und er wahrscheinlich auch im fünfstelligen Bereich Spenden akquiriert hat). Er schwimmt halt auf der exakt selben Welle mit, wie alle anderen Empörtainmentpropheten.

      Und weißt du was: das stört mich nicht mal. Weil es halt ein Geschäftsmodell ist und die Leute sich halt durch die verschiedenen Kanäle klicken und sich aufregen können. Jetzt gibts halt nen intellektuellen Libertären, der genau das Gleiche wie alle anderen erzählt und halt für die Leute da ist, denen Martin Sellner zu rechts, die Honigwabe zu ordinär und Tim Kellner zu proletenhaft ist. Es sei ihm voll und ganz gegönnt.

      WAS ich hier kritisiere und was du anscheinend nicht verstehen willst, ist sein Freiheitsverständnis. Ihn hat die Einschränkung durch Regierung & Co. an politischen Gegnern kaum bis gar nicht interessiert – warum auch? Erwischt ja eh nur die blöden Rechten. Schau mal dessen Videocontent vor 2 Jahren da an: da gings überwiegend um Buchvorstellungen und hin und wieder mal bisschen Philosophie und Dissvideos vs. Rezo, Greta und Co. um Klicks abzugreifen.

      Nicht mal, als es libertäre Kollegen wie den guten Unblogd erwischt hat, hat er sich auf die Meinungsfreiheit gestellt und sich solidarisiert.

      Und das ist aber auch nicht mal eine konkrete Kritik an der Person Gunnar Kaiser. Er ist symptomatisch für eine Gruppe aus „politischen Influenzern“, die halt ihre Nische entdeckt haben und damit Kohle machen. Das ist voll und ganz nachvollziehbar, aber m.E. heuchlerisch, wenn man sich auf der anderen Seite als Rächer der Versklavten und Enterbten geriert. Und da gibts auch in der Tat einige, die weitaus nerviger sind, als Gunnar, der ja immerhin wenigstens noch zwischen dem Empörtainment-Clickbait auch Videos mit Substanz bringt.

      Gefällt mir

  11. Und zum Thema „Erfolg“. Ja, da messen wir in der Tat vollkommen unterschiedlich. Sicherlich hatten die 68er 40 Jahre Zeit, aber unsere Generation hat unendlich mehr Möglichkeiten, als der Studi, der sich erstmal 10 Jahre lang durch ein Germanistikstudium und dann zum Chefredakteur hochbuckeln mußte, um seinen sozialistischen Dreck verbreiten zu können.

    Und diese Möglichkeiten werden nicht genutzt. Null. Stattdessen regt man sich allen Ernstes auf, wenn YouTube regierungskritische Videos sperrt, oder Kanäle löscht und ich würde mein Portfolio drauf verwetten, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis es auch die ganzen Libertären erwischt, die man heute noch aufgrund ihrer Irrelevanz am Leben lässt.

    Jo, dann dürft ihr halt über eure Privatstädte bisschen philosophieren und in Honduras vielleicht eine bauen, wo sich dann paar Hunderttausend absetzen können.

    Der Rest landet dann im Gulag oder wahrscheinlich eher nach chinesischem Modell im Umerziehungslager, wo er sich dann mit anderen Dissidenten, von IB bis AfD, die dann schon alle dasitzen dürften, über Lebensgrundsätze austauschen kann. Ist den linken Eliten, die dann erstmal alles so lange beherrschen, bis die Scheiße wieder episch vor die Wand fährt, ziemlich egal.

    Auch dass das nächste sozialistische Experiment , in welcher Form auch immer, wieder irgendwann krachend scheitert, ist mir als potentieller Leidtragender auch nur ein schwacher Trost. Lieber wäre mir, wenn solch eine Hegemonie erst gar nicht entstehen würde, aber momentan sehe ich das und zwar WELTWEIT. Es gibt aber auch immerhin eine erstarkende Gegenkultur und die kommt – sorry, um so direkt zu sein – nicht von den fünf Liberalen, die ihre Privatrechtsordnung haben wollen, sondern eher aus dem ebenfalls kläglichen, aber wenigstens noch aufbegehrenden Rest des konservativen Lagers.

    Wenn du also glaubst, dass es schon „nicht so schlimm kommen wird“, dann ist das sicherlich eine Position, die man vertreten kann – die ich aber aufgrund der aktuellen Entwicklungen (Hey, Australien besinnt sich seiner Wurzeln und wird gerade zum Gefängnis, wer hätte auch DAS ahnen können?) so garantiert nicht teile. Es wird noch VIEL schlimmer. Und ich bin sogar der Meinung, dass man dieses Szenario ohnehin nicht mehr aufhalten kann und wir alle mehr oder weniger ordentlich bluten müssen.

    Was mich aber viel mehr interessiert, ist das danach. Und danach will ich alles haben, außer einer linken Hegemonie, die uns in diese Situation bereits gebracht hat. Und deshalb ist mir JEDER momentan recht, der dieser Hegemonie etwas entgegenzusetzen hat, scheißegal ob er Reichsbürger, Faschist, Libertärer, Althippie oder Talibankämpfer ist.

    Haben wir dann die Hegemonie beseitigt und einen Status Quo hergestellt, dann können wir uns gerne 24/7/365 in Grundsatzfragen verbal die Köpfe einschlagen, ob denn eine Privatstadt besser ist, als das Kaisserreich oder ein von der Inquisition geführter Gottesstaat.

    Aber bis dahin gilt es einen gemeinsamen Feind zu bekämpfen und zwar mit allen Mitteln, die wir haben.

    Gefällt mir

  12. Sein ganz großer Durchbruch gelang ihm mit „Der große Bluff“. Ein Format, dass er auch in der Form bis heute noch publiziert. Das er nun mit der Reichweite auch die Gelegenheit hat Wodarg & Co. zu interviewen und die Videos teils sehr erfolgreich sind, wo ist da die Kritik? Das er berechtigte Empörung äußert, die sich nur durch die härtere Gangart der Regierung bedingt von der Empörung zum Themenkomplex Klimawandel unterscheidet?

    Zu deiner Kritik zwecks „Solidaritätsbekundungen“ hatte ich dich bereits darauf hingewiesen, wieso diese Kritik in der Form nicht valide ist. Er hat das Thema Meinungsfreiheit immer allgemeiner und nie explizit auf Personen gemünzt. Maximal am Rande hat er die allgemeine Kritik mal mit Namen gefüttert, um Beispiele zu nennen.

    Ich sagte nirgendwo das es nicht schlimm kommen wird, sondern das dies kein nicht tilgbarer Zustand sein wird. In einem sind wir uns nämlich einig: du hältst es nicht mehr auf, da Otto-Normal alles schluckt was man ihm vorsetzt. Was nun also helfen kann, ist gleichartige Prozesse durch zu machen. Mit 10-12% ideologisch kompatiblen Menschen lässt sich sehr viel erreichen. Um die zu generieren braucht es neben der Aufmerksamkeit, die wie angedeutet täglich wächst, auch Aufklärung der jungen Menschen, die für den libertären Geist prädestiniert sind. Lenin sagte es sehr treffend „Give me just one generation of youth and I’ll transform the whole world.“. Ergo, Kids nicht ins Kollektivistische abdriften lassen und sie dort aufzufangen, wo sie, zumeist unbewusst, nach libertären Werten streben während sie sich von den Eltern emanzipieren.

    Es gibt zahlreiche Wege die verfolgt werden können und wollen und keiner davon sollte auf der Straße liegen gelassen werden. Was aber nicht dazu gehört ist eine Zusammenarbeit mit rechtskollektivistischen Nationalisten, denen es einfach nur um simples ummünzen des Gewaltmonopols geht. In den knapp 10 Jahren in denen ich der libertären Philosophie anhänge hat sich mächtig viel getan und der Pool an Leuten die libertäre Werte nach außen vertreten hat sich locker verzwanzigfacht.

    Ziel ist nicht die gesamtgesellschaftliche Ordnung zu bestimmen sondern Herr der eigenen zu sein. Wenn Kollektivisten von Links wie Rechts gerne im Pendel mal ficken, mal gefickt werden wollen, sollen sie doch. Den libertären Geist kann man nicht aufzwingen, noch ist es sinnig den Wunschzustand libertärer Gesellschaftsordnung über Menschen zu skalieren, die diesen Geist nicht besitzen.

    Während sich alle unter dem Joch der Zentralisierung immer kleiner fühlen nutzen Libertäre die Möglichkeiten der Dezentralisierung, werden wohlhabender, autonomer und antifragiler. Es gibt kaum Überschneidungen in den Zukunftsängsten von Libertären zu Kollektivisten.

    Gefällt mir

  13. Alternativ zu den Forderungen gegenüber Libertären wäre es angebracht, Forderungen auf starke Dezentralisierung an den rechten Sektor heranzutragen. Ein zerstückeltes Deutschland oder gar Europa kickt in diesen in aller Regel die gleichen Schnappatmungen wie die bei Linken. Wenn es einen gemeinsamen Nenner geben soll dann wäre das eben jener. Bspw. durch Stärkung der kommunalen Selbstverwaltung oder in Perfektion das Recht auf Sezession. Das wäre ein Kampf den ich als Libertärer mit jedem führen würde, würde dieser fernab jeglicher Präferenzfragen stattfinden.

    Gefällt mir

Schreibe eine Antwort zu I love Capitalism Antwort abbrechen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s