Meuthens Meltdown

Was ich in meinem Artikel „Lagerkoller“ schon mit großer Besorgnis angekündigt habe, hat sich auf dem Parteitag der AfD in Kalkar nochmal verstärkt. Der Parteivorsitzende Prof. Dr. Jörg Meuthen hat eine „Brandrede“ gehalten.

Vorweg gesagt, ich kritisiere hier nicht mal großartig den Inhalt der Rede, die zur Mäßigung, Seriösität und dem üblichen Politikblablubb aufruft. Ich kritisiere den Ort und vor allem die Zeit, in der diese gehalten wurde und warum genau deshalb meines Erachtens Meuthens als Führungsfigur ungeeignet ist.

Aber eins nach dem anderen.

Das letzte Jahr der AfD war ja von innerparteilichen Kämpfen geprägt, an denen Meuthen selbst ja auch großen Anteil hatte. Die Causa Kalbitz, die Auflösung des Flügels, Rentenkonzeptdebatten usw. usf.

Jedem der jetzt denkt, dass die AfD deshalb aber ein übler Haufen wäre, kann ich als Ex-CSUler versichern: hintehältige Ränkeschmiede, Streitereien und politische Morde sind quasi das Wesen einer Partei.

Das passiert praktisch überall und ist kein Alleinstellungsmerkmal der AfD. Was die AfD hingegen so exklusiv inkompetent macht, ist ihr dilettantischer Umgang damit. Sämtliche Streitigkeiten werden nach außen getragen, so dass sich die linke Propagandajournaille genüßlich die Hände reibt, weil sie mal wieder eine blaue Sau durchs Skandaldorf treiben kann.

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In Anbetracht der Tatsache, dass nächstes Jahr Wahlen stattfinden und diese meiner Meinung nach die letzte Chance für die AfD sind, politisch überhaupt irgendwas zu reißen und damit irreparablen Schaden von diesem Land abzuwenden, habe ich mir erwartet, dass da eine Versöhnungsrede des Parteivorsitzenden erfolgen wird.

Irgendwas wie „Freunde, wir hatten und haben unsere Differenzen und ich sehe viele Dinge anders, aber im Sinne der Sache reißen wir uns jetzt einfach mal am Riemen und gehen gemeinsam in das Wahljahr um den politischen Gegner ordentlich durchzufisten. Obwohl ich euch alle für Vollmongos halte. Ist das ein Problem?“ Naja, vielleicht bisschen seriöser formuliert. Und irgendein Flügler hätte sich in seiner Rede hingestellt und gesagt „Ja, weißt du Jörg. Ich finde dich zwar auch zum Kotzen und teile deine Meinung überhaupt nicht, aber es geht um Deutschland. Meine Jungs halten jetzt auch erstmal die Klappe, damit wir gemeinsam schwarzgrün eine Analfissur verpassen können. Hinterher fetzen wir uns wieder, okay?“

Alle hätten geklatscht, die Presse hätte vom Beginn des 4. Reichs und dem Naziaufmarsch in Kalkar gesprochen und das Leben wäre so schön gewesen. Aber nein, stattdessen gießt Jörg Kerosin ins Feuer.

Dabei teile ich wie gesagt, inhaltlich vieles von dem, was er sagt und würde mich persönlich auch eher seinem Lager zugeordnet fühlen. Und dennoch war der Auftritt eine armselige Vorstellung, einer Führungsperson völlig unwürdig.

Ich erkläre das mal anhand eines analogen Beispiels. Angenommen ihr seid Geschäftsführer eines Automobilherstellers. Der Automobilhersteller fährt derzeit Erfolge mit dem Verkauf von Luxuslimousinen ein, aber der Markt für Luxuslimousinen ist eben stark begrenzt; man hat ihn zum Großteil bereits ausgeschöpft. Ein anderes Marktsegment ist der Verkauf von Kompaktwagen. Dieser läuft derzeit aufgrund von Imageproblemen sehr schleppend, aber das Marktpotential ist exponentiell größer, als das des Luxussegments. Für beide Strategien gibt es Aktionärsgruppen, die sich aber spinnefeind gegenüber stehen, weil jeder einen Imageschaden befürchtet.

Ihr selbst seid Freunde der Kompaktwagenstrategie, aber euch sollte sehr wohl bewußt sein, dass die Cashcow und das Aushängeschilde des Unternehmens die Luxuslimousinen derzeit sind. Wenn ihr diesen Bereich absägt, verliert ihr also auch eine jede Menge Aktionäre und begeisterter Kunden. Ein Dilemma also.

Ein kluger, umsichtiger CEO würde nun bei der Aktionärsversammlung alles Nötige tun, um beide Lager zu beruhigen, sprich vor allem seine eigene Meinung zurücknehmen und versuchen mit den Spitzenvertretern beider Aktionärsgruppen im kleinen Kreis eine gemeinsame Strategie zu erarbeiten, um die potentiellen Zielgruppen beider Strategien nicht unnötig zu verschrecken.

Er würde versuchen als einen Kompromiss einen gemeinsamen Verhaltenscodex in Form einer Unternehmenscompliance zu vereinbaren, an den sich alle Beteiligten halten müssen. Und dann würde er mit externen und neutralen Profis eine einheitliche Kommunikationsstrategie für das kommende Geschäftsjahr entwickeln.

All das hat Jörg Meuthen dieses Mal nicht getan, auch wenn er das letztes Jahr angekündigt hat…

Stattdessen hat er – um auf die Metapher zurückzukommen – diesen wichtigen Parteitag genutzt, um das Luxussegment völlig unnötig zu kritisieren und damit weitere Empörung und Ärgernisse auszulösen. Würde solch eine Führungskraft in meinem Unternehmen arbeiten, würde ich diese wegen vorsätzlichen geschäftsschädigendens Verhaltens fristlos kündigen.

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Und das schreibe ich als jemand, der ihn inhaltlich (!) bis heute komplett verteidigt hat und dieses auch in Zukunft wird, weil ich ihn für wirtschaftlich kompetent, seriös und einen guten Redner, als Parteichef aber für leider untauglich befinde.

Das politische Spiel erfordert strategisches Denken, Pragmatismus und vor allem Fingerspitzengefühl und diplomatisches Geschick. Wer diese Eigenschaften vermissen lässt, hat zumindest in der Spitze einer Partei nichts zu suchen.

An dieser Stelle wäre ich eigentlich fertig, aber ich muss bei aller Selbstkritik noch einen Seitenhieb an unsere hartrechten Froinde austeilen: das Geschwafel, das Meuthen ein U-Boot vom VS wäre, glaubt doch niemand.

Der Bursche war vor seiner politischen Karriere Professor an einer Hochschule, Gastdozent bei diversen Institutionen und als Berater wirtschaftlich sehr erfolgreich. Er hat den politischen Wahnsinn, anders als bspw. diverse andere Granden der AfD finanziell nicht nötig. Ob jetzt wie bisher 150 oder 180 Scheinchen pro Jahr, insbesonders weil er jetzt 24/7 als Nazi beschimpft wird, dürften wohl nicht die Motivation für ihn gewesen sein, politisch aktiv zu werden.

Dass er genau deshalb aber wahrscheinlich Angst um seine gesellschaftliche Stellung hat und bei Druck einknickt, ist da schon eher nachvollziehbar. Aber wie gesagt, dann ist das Amt als Parteichef für ihn einfach das Falsche.

Es bleibt also eine zerrüttete AfD in der jeder jeden weiterhin hasst. Good Job. Für das Wahljahr 2021 sehe ich persönlich schwarz-grün, Froinde.

Es grüßt wie immer selbstgefällig,

Der Kapitalist

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13 Kommentare

  1. Nein, ich sehe das etwas anders,
    Ich persönlich bin seit mehreren Jahren, um genau zu sein seit Anfang der Entstehung der Partei auch Wähler dieser. Allerdings ist es schon beachtlich wie viele Parteiausschlussverfahren es in den letzten beiden Jahren gab, die mit extremen Rechten Tendenzen einherging. Oder gemäßigte Mitglieder, die aus denselben Gründen die Partei verließen. Dies ist alles kein gutes Zeichen für eine Partei, da es zeigt, dass diese anscheinend nicht mehr zur selbst Korrektur in der Lage ist. Vor allen Dingen möchte ich auf den sogenannten Flügel kommen, der eine Minderheit darstellt, aber nach außen hin der Partei mehr schadet als es ein Herr Meuthen je könnte. Ganz im Gegenteil Herr Meuthen hat etwas sehr deutlich erkannt, dass die AfD niemanden retten wird, wenn sie diesen Weg weitergeht.
    Loyalität und linientreue sind wichtige Dinge allerdings dürfen sie nicht dazu dienen sich dahinter zu verstecken. Eine Partei, die das nicht mehr kann, die wird als solches nicht lange existieren.
    Herr Meuthen versucht das Ruder noch einmal rumzureißen, um die AfD für eine breite Masse wieder wählbar zu machen. Nach den Eskapaden bestimmter Pressesprecher, mit klar faschistischer Tendenz, ist das bitter nötig. Dieser Vorfall war auch für mich, der der das Fass zum Überlaufen brachte und für mich diese Partei nicht mehr wählbar macht. Herr Meuthen schade der Partei nicht er versucht diese gerade zu retten. Bevor sie endgültig als eine NPD leid endet und damit unter die 5 % Marke fällt, und Deutschland dann definitiv nicht mehr helfen kann.

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    1. Legitimer Punkt, aber ich glaube nicht, dass der Flügel eine Minderheit darstellt. Wir erinnern uns, dass Meuthen beim vorletzten Parteitag mit einer winzigen Mehrheit wiedergewählt wurde und den gesamten Osten dominiert. Diese Leute einfach pauschal auszugrenzen und eine neue FDP zu werden, wäre genauso kontraproduktiv, wie jetzt in Rechtsradikalismus zu verfallen.

      Und der Pressesprecher, also die Causa Lüth, kennst du da den Hintergrund? Oder die Story mit Melanie Amann vom Spiegel?

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      1. Und der Pressesprecher, also die Causa Lüth, kennst du da den Hintergrund? Oder die Story mit Melanie Amann vom Spiegel?

        Ich denke zum Teil schon, aber das entert ja nicht so viel am Ergebnis seiner aussagen.

        Der Flügel ist im Osten Durchaus stark, aber eher nicht wen man ihn mit der AFD auf Bundesebene vergleicht, wahrscheinlich nicht einmal im Osten, wo er etwa 40 % der Wähler ausmacht, wen es hochkommt. Ich glaube auch nicht, dass die AFD gleich zur FDP wird, es gibt auch im Meuthen Lager eine Menge Konservative oder Sozialdemograten. Die AFD besteht ja nicht nur aus Neoliberalen und Nationalkonservativen, und ich denke die meisten von denen sind eher gemäßigt und nicht wirklich irgendwelche Revolutionäre. Im Schnitt würde ich einfach behaupten das 80 % der Mitglieder ins bürgerliche Lager einzuordnen sind also ehemalige CDU, SPD oder FDP Wähler sind, also weit weg von den Rändern. Ich kann mich natürlich irren keine Frage, aber so wie es jetzt zurzeit ist kann es nicht weitergehen.

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      2. Ich bin zwar kein AfD Mitglied, würde mich selbst aber genau zwischen dem „Meuthenlager“ und dem „Flügel“ positionieren. Manchen hat die Rede natürlich nicht gefallen, weil sie auf diesem Parteitag auch nicht notwendig war. Denke nicht dass deswegen jeder gleich dem „Flügel“ zuzurechnen ist. Aber selbst wenn, die Politik des Ostens funktioniert im Rest Deutschlands nicht, die Mentalität der Ostdeutschen ist einfach eine ganz andere. Und Höcke hat sich mit seinen bereits gehaltenen Reden, vor allem wie er sie gehalten hat, bereits selbst abgeschossen. Schade, dass diejenigen die Klartext sprechen aber trotzdem nicht zu radikal sind, wie Martin Hess, Alice Weidel, Sebastian Münzenmayer oder Marc Bernhard nicht die Partei führen.

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    2. Mal zur Causa Lüth:
      Hier die Version der eindeutig AfD-feindlichen Medien zu übernehmen ist ziemlich fahrlässig und genau das Problem. (Disclaimer: Bis zu dem Vorfall war mir Lüth nicht bekannt; er wirkt auf mich weder sympathisch als Mensch noch geeignet als Pressesprecher)

      Die notorische Lügnerin Lisa H. trifft sich also mit ihm. Und laut einem „nachgesprochenen Gedächtnisprotokoll“ macht er diese haarsträubenden Aussagen? Die nicht nur für einen Pressesprecher höchst gefährlich sind (wenn das publik wird, ist er sofort den Job los und anschließend überall verbrannt) – sondern politisch zu beträchtlichen Teilen gar keinen Sinn ergeben? Wie soll die AfD denn dafür sorgen, dass es Deutschland schlechter geht – ohne dass es auf die AfD zurück fällt?
      Das ist das Blödeste, was ich je gehört habe! Wollen die jetzt junge Kulturbereicherer dafür bezahlen, dass sie sich wie die Axt im Walde benehmen?
      1. Das wäre verschwendetes Geld, weil das tun auch genug von denen unbezahlt.
      2. Der Imageschaden für die AfD – wenn das rauskäme – wäre das doch gar nicht wert. Schlechte Nutzen-Risiko-Abwägung.
      Oder will die AfD jetzt für eine neue Flüchtlingswelle sorgen? Das klappt bestimmt völlig unbemerkt…

      Und es wird noch besser – leider ist folgender Punkt irgendwie niemandem in unserem Lager aufgefallen:
      Lisas Twitter-Account wurde schon Wochen vor dieser Doku gehackt und ihre Direktnachrichten sind sehr interessant. So schrieb sie 3 Tage vor dem Treffen mit Lüth einen besonders radikalen Vertreter der Grünen Jugend (Jonas Sticklbroeck oder so) an und erklärte dem, sie recherchiere gerade nach Dreck im rechten lager und wolle „den Laden komplett platt machen“.

      Das bezog sich zwar glaube ich auf die IB, aber dass sie nur 3 Tage später von einem halbwegs relevanten AfDler so eine Money-Quote auf Band äh Gedächtnisprotokoll bekommt, ist schon ein interessanter Zufall.
      (Über die IB hat sie offensichtlich nix gefunden. Dort war sie ja zu Anfang ihrer Youtube-Karriere Mitglied – wurde aber wohl schnell durchschaut und gegangen)

      Naja, da es von Lüth keine Verleumdungsklage gab, wird er schon sowas in die Richtung gesagt haben. Aber die haben bestimmt noch einiges umgestellt und umformuliert – ist ja nur ein „Gedächtnisprotokoll“ – damit es noch viel übler für ihn aussieht.

      Zum Kurs der AfD kann ich nur sagen:
      Anstatt ständig einzuknicken, lieber mal harte Kante zeigen. Das wird auf lange Sicht respektiert.

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      1. Lüth war mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein U-Boot. Jahrelang unverdächtiges Mitglied der FDP und auf einmal in der AfD fängt er an abzuhitlern. Und das unter anderem neben Melanie Amann, Spiegel-Redakteurin und abgrundtiefe AfD-Hasserin, die nichts und ich wiederhole, absolut gar nichts gesagt hat, als Herr Lüth in ihrer Gegenwart angefangen hat, so richtig abzuhitlern.

        Ich empfehle als Erkenntnis diesen netten Faden (und die verlinkten Quellen):

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      2. Lüth ist in der Tat maximal fishy.
        2009 war er der Vertreter der FDP-nahen Naumann-Stiftung in Honduras. Dort hat er einen Putsch gegen den Präsidenten, den Lüth vorher beriet, zumindest verbal unterstützt und sich auf die Seite der Putschisten gestellt.
        Das dürfte ihn ins Visier diverser Geheimdienste gebracht haben.

        Also wer weiß, vielleicht haben wir es mit einem Komplott wie in House of Cards zu tun: Irgendwer hat sehr belastende Beweise gegen Lüth, die ihn zum Beispiel ins Gefängnis bringen können. Also erpresst man ihn, sich in der AfD dezent daneben zu benehmen. Zusätzlich versorgt er die Gegenseite heimlich mit Informationen.
        Ist aber reine Spekulation.

        Vielleicht ist er auch einfach nur menschlicher Abschaum und hatte 2019/2020 eine heftige Midlife crisis.
        Gegen eine Frau soll er Anfang 2020 unter nicht beschriebenen Umständen mehrmals Körperverletzung begangen haben:
        https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/strafanzeige-gegen-ex-afd-sprecher-christian-lueth-wegen-gewaltvorwurf-16985133.html
        Ebenso stand er vor Gericht, weil er November 2019 einer Radfahrerin – angeblich aus Versehen – ins Gesicht schlug:
        https://nachrichten-online.eu/2020/10/09/afd-christian-lueth-wegen-koerperverletzung-vor-gericht/

        (Die Angaben zum ersten Fall sind so vage, dass ich mir nicht sicher war, ob es sich hier um denselben Fall handelt. Aber die Zeitangaben passen nicht.)

        Außerdem wurde durch Hacks bekannt, dass er eine Affäre mit der Studentin Linnea Findeklee aus der jungen Union hatte und die ihm eine Vergewaltigung anhängen wollte.
        Affären mit bevorzugt jüngeren Frauen, die psychisch instabil sind – Lisa H. wäre hier auch eine gute Kandidatin für ihn gewesen – sind schonmal ein guter Hinweis auf eigene psychische Instabilität. Mag also sein, dass er diese jahrelang verstecken konnte und es dann irgendwann durchgebrochen ist.

        Wie auch immer, in jedem Fall traurig, dass die AfD so einen Mist so lange hat durchgehen lassen.

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  2. Ich persönlich als AfD Wähler habe meinen Standpunkt dazu komplett geändert. Die Rede Meuthens war richtig, nur nicht auf diesem Parteitag vor so vielen Medien. Rechte Parteien scheitern entweder, weil jemand (Lucke) versucht, die Partei zu einer bereits existierenden Partei zu machen, obwohl man dann gleich das Original wählen kann. Oder sie scheitert daran, dass altrechte NS Kaiserreich Cosplayer ihr Ego und ihre Themen in den Vordergrund stellen wollen. Die AfD muss eine freiheitliche Partei sein. Mit den altrechten hätte man genau das gleiche von extrem rechts wie von extrem links mit der Linkspartei und den Grünen: eine Verbots und Gebotspartei! Die Bestätigung von Meuthen hat also auch etwas gutes, diese Leute wandern jetzt ab und wenden sich wieder ihrer eigentlichen Heimat zu, der NPD.

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    1. Ich kann die Punkte durchaus persönlich nachvollziehen (ich bin thematisch nämlich eher bei den Liberalen als den Nationalen) , aber mir geht es eben um rein strategische Kritik. Der Großteil der Wähler der AfD waren vor allem Protestwähler, oder kamen sogar aus dem Nichtwählerlager, also Menschen, die mit den etablierten Parteien nicht (mehr) zurecht gekommen sind. Darunter sind natürlich auch Radikalinskis, angefangen vom Reichsbürger bis hin zum Nazi und dass man diese Leute nicht in der Verantwortung sehen möchte, ist ebenfalls klar.

      Das Problem ist aber, wenn man diese Menschen jetzt (!) aussortiert und vergrault, dann wird die AfD weiterhin bei 10% rumdümpeln, trotzdem von den Medien als Nazis diffamiert werden und sich nichts ändern, weil nie eine kritische Masse erreicht wird, mit der man die etablierten „bürgerlichen“ Parteien (bitte die „“ beachten) unter Druck setzen könnte. Wie gesagt, es findet dann eine Zersplitterung in eine moderate NPD und eine etwas konservativere FDP statt. Beide werden mit 5% und 10% rumdümpeln und sich gegenseitig die Wähler wegnehmen.

      Deshalb hätte ich als Parteiführung die STrategie des Einhegens gewählt; zumindest bis zur nächsten Wahl. Ist die linke Hegemonie durchbrochen, kann man sich meinetwegen den ganzen Tag den Schädel einkloppen. Also verbal und in inhaltlichen Auseinandersetzungen, versteht sich.

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      1. Ich verstehe natürlich vollkommen was du meinst. Jetzt vor der Bundestagswahl war diese Rede nicht förderlich. Trotzdem ist die Gefahr groß, dass wenn man sich nie dazu äußert, die extrem Rechten Kräfte zunehmen und die AfD auf lange Sicht gesehen ins Verderben reissen. Wenn man sich z.B. ansieht wie viele Follower der „Volksidiot“, Attila Hildmann oder auch Oliver Janich haben. Selbst für Janich und das Compact Magazin ist doch alles mittlerweile eine Verschwörung. Welche Ausreden haben die QAnons, Janichs usw. eigentlich, falls Trump doch nicht Präsident bleibt (was ich sowieso nicht glaube) und es keine „Verhaftungen“ gibt. Mir geht es mittlerweile darum, dass man sich als eher rechts stehendem langsam wirklich der Lächerlichkeit preisgibt. Jürgen Elsäßer schrieb beispielsweise sinngemäß, nach der Meuthen Wahl haben Parteien endgültig ausgedient. Braucht man Leute mit diesem Kleinkinderverhalten wirklich und sollte man auf sie hören? Wenn mir eine Sache nicht passt, dann wähle ich euch auch nicht. Diese Leute sind heute hier und morgen da. Den großen Sinn und Zweck des ganzen sehen Sie nicht.

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  3. Ich stimme inhaltlich voll mit dir überein. Aber das hätte man mal im Führungskreis klären sollen, also sprich den Leuten erstmal diplomatisch und im vertrauten Umfeld sagen, dass sie sich am Riemen reißen sollen. Und das per Unterschrift schwarz auf weiß dokumentieren. Zumindest im Wahljahr wäre etwas Disziplin von beiden Seiten nicht schlecht gewesen. Das zeichnet eine gute Führungsfigur aus.

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