Lagerkoller

Dies wird heute mal ein etwas selbstkritischer, längerer Artikel zu einem Thema, über das ich eigentlich schon länger ein Video machen wollt. Natürlich gehts in der Kritik nicht um meine Person – diese ist ja in seiner unendlichen Weisheit so unfehlbar wie der Papst, nur braucht es dazu kein Edikt – sondern um das eigene Lager und dazu zähle ich mal grundsätzlich vom Wirtschaftsliberalen bis hin zum Nationalkonservativen alles dazu, also wenn man es so will, das derzeitige gesamte Wählerpotential von CSU/CDU, FDP und sogar Teile der SPD.

Da die christlich demokratische/soziale Union, weder christlich, noch demokratisch oder gar sozial und schon gar keine Union mehr ist und auch die FDP den Begriff „Freiheit“ nur noch als Feigenblatt benutzt, gibt es hier eigentlich ein enormes Lager an Menschen, die mit dem in Wirtschaft und Gesellschaft um sich greifenden marxistischen Wahnsinn nicht so wirklich glücklich ist.

Also eigentlich ein prall gefüllter Karpfenteich, in dem sich eine AfD als toller Hecht austoben könnte.

Problem ist nur, dass dieses Lager – ich nenne es hier nachfolgend einfach einmal „liberal-konservativ“, auch wenn das radikalere Strömung mit erfasst – es offenbar viel zu sehr liebt, auf sich gegenseitig einzudreschen, anstatt gemeinsam den politischen Gegner zu bekämpfen.

Wo das linke Lager vom biederen SPD-Funktionär in den Parlamenten, über diverse NGOs, sowie Vertreter der Journaille, bis hin zum wohlstandsverwöhnten und vollkommen degenerierten Antifa-Prügler auf der Straße, durchorganisiert, durchfinanziert und durchstrukturiert ist und auch schonmal im EU-Parlament grüne Abgeordnete Solidarität mit der Antifa erklären,

https://pbs.twimg.com/media/BrcZggrIAAABFK1.jpg:large

da ist das gesamte liberal-konservative Lager ständig dabei, sich gegenseitig zu zerfleischen.

Da wirft der Nationalkonservative dem Wirtschaftsliberalen vor, dass dieser ja mit seinem Wunsch nach freien Märkten und mehr Freiheiten für das Individuum, praktisch die Gesellschaft genauso zerstört, wie das die Neoma… ach scheiß dauf… Kulturmarxisten mit ihrem Globalismus und dem Auflösen etablierter Gesellschaftsstrukturen tun. In seinen Augen ist der Liberalismus die Wurzel allen Übels, der bis aufs Blut bekämpft werden muss.

Und dann gibts die Wirtschaftsliberalen, die jeden, der sich nach stabilen und geordneten Gesellschaftsverhältnissen sehnt und Regeln befürwortet, als literally Hitler beschimpfen.

Und dazwischen ist dann wieder die sogenannte „Mitte“, die sich aus selbstauferlegter Moralinsäuerlichkeit ohnehin für etwas besseres hält und sich damit ganz besonders zum Affen macht.

#Mitte

Originally tweeted by Dion ★ (@Dions_Bulletin) on November 8, 2020.

Tja und während sich diese 3 Gruppen tagtäglich zerfleischen und den völlig unpolitischen Normies, ein zu Recht abschreckendes Bild liefern, wird die linke Propagandamaschinerie dadurch zu allem Unglück auch noch befeuert und kann, mit dem Finger auf das liberal-konservative Lager zeigend, rufen „Seht her, das sind sie, die wahren Spalter! Die kommen nicht mal untereinander klar! Und jetzt hilf uns lieber dabei, die Welt zu retten, sonst bist du so wie die!“

Und der Normie wird in seine Stulle beißen, bisschen grummeln und dann, „mangels Alternative“, weiterhin die SPD oder die Union wählen.

Ich könnte jetzt hier eigentlich jetzt schon irgendein mahnendes Fazit ziehen, aber das wäre zu kurz gedacht und würde ohnehin in paar Tagen wieder vergessen werden, also möchte ich mal auf die zwei verfeindeten Positionen eingehen und das exemplarisch anhand der AfD zeigen, also den derzeit völlig dilettantisch nach außen getragenen Machtkampf zwischen dem nationalkonservativen Flügel gegen die Wirtschaftsliberalen.

Den Wirtschaftsliberalen muss endlich einmal klar werden, dass sie die Feinde des Establishments waren, es derzeit sind und dies bis in alle Ewigkeiten bleiben werden. Egal wie sehr sich ein Meuthen an Journaille ranwanzt und sich wie ein kleiner Schuljunge freut, wenn er mal bei Tante Anne in der Talkshow im Fernsehen winken darf, er ist gegen das System und damit ein Dissident der mit aller Macht entfernt werden muss. Es braucht hier unbedingt ein klares Feindbild und das sind nichtmal die etablierten Parteien, mit denen man früher oder später sowieso irgendwann koalieren muss, sondern das sind die Medien.

Ich verstehe auch nicht, wie sehr man einem Auftritt im ARD oder ZDF hinterherhecheln kann, bei dem man dann durch manipulative Suggestivfragen vorgeführt und zum Deppen der Nation erklärt wird. Um sowas gut zu finden, muss man schon Masochist sein, oder am Stockholmsyndrom leiden.

Auch wird über jedes Stöckchen gesprungen oder wahlweise drunter gekrochen, das von der vereinten Journaille hochgehalten wird. Man braucht sich nicht von jeder idiotischen Aussage eines Parteimitglieds 24/7 zu distanzieren, wenn man selbstbewußt wäre und nicht das Rückgrat eines Räucheraals hätte. Einmal reicht. Fertig.

Polarisiert mal mehr, liebe Wirtschaftsliberale. Und scheißt defäkiert auf die Meinung der Medien. Diese werden euch sowieso immer abgrundtief hassen.

So wie Trump. Seid wie er, Trump ist cool! Ich mag Trump!

Und dann auf der anderen Seite haben wir die Nationalkonservativen, für die jeder der erklärte Volksverrräääääter ist, der nicht mit Pfeil und Bogen durch die germanischen Wälder streifen will, auf der Suche nach Beute für seine germanische Frau, die zu Hause das Essen für die 8 Kinder in der Blockhütte zubereitet. Die müssen halt mal verstehen, dass der Normie das moderne Leben mit seinen vielen Freiheiten zu geil findet, als dass er Bock auf Kaisereichgelarpe oder bisschen edgy Abgehitlere hätte.

Mit diesen unnötigen Provokationen, oder auch für die Allgemeinheit völlig irrelevanten Fragen bis hin zu abgedrehten Verschwörungstheorien, überfordert man den Normie. Dieser will eigentlich nur sein unbedeutendes Leben weiter sorgenfrei leben und ärgert sich über das System, das ihn das eben nicht mehr so unbeschwert lässt, wie früher.

Deshalb sollte man sich auf Kernthemen besinnen und diese auch entsprechend nüchtern und ohne zu viel Angriffsfläche zu bieten, kommunizieren. Damit begeistert man vielleicht paar Kiddies und jede Menge Gestörte, vergrault aber den ganzen Rest der Gesellschaft. Es hat halt nen Grund, warum die ganzen radikalen Parteien, angefangen von Republikanern, über DVU, Schill-Partei und NPD bisher immer nur Randnotizen im politischen Spektrum waren.

„AbEr DiE ErFoLgE iN ThÜrIngEn!!!1“ Ja, auf dieses schwachsinnige Argument hab ich gewartet. Thüringen hat 1,7 Millionen Wahlberechtigte und davon haben 1,1 Millionen ihre Stimmen abgegeben. Und davon haben wiederum ca. 260.000 Menschen die AfD gewählt. In Niedersachsen haben die AfD ähnlich hoch 235.000 gewählt bei 6 Millionen Wahlberechtigten und damit gerade mal 13% der Wahlstimmen. Was sagt uns das? Der gesamte Osten – so leid es mir jetzt an dieser Stelle tut, liebe Ostdeutsche – für Gesamtdeutschland völlig irrelevant, also stimmtechnisch zumindest. Und ne Sezession würde der Osten auch nicht ohne massive Landflucht überleben. Das sind weltfremde Träumereien von paar Ideologen, die die ökonomischen Realitäten völlig ausblenden. Deal with it.

https://static.boerse.de/images/Infografiken/staatsverschuldung/Laenderfinanzausgleich.png

Wenn Die AfD also bundespolitisch mehr reißen will, als eine Wadenbeißerpartei zu sein, dann sollte man daran schleunigst daran arbeiten, BEIDE Strömungen zu vereinen, anstatt auf einander einzuprügeln. Es geht weder ohne die „bösen Rechtspopulisten“ des Flügels, noch ohne die „wirtschaftsliberalen Volksverräter“ aus Westdeutschland und das ist übrigens auch gut so. Eine Demokratie ist kein Wunschkonzert und lebt von Kompromissen und mir kommt es so vor, als ob man in der AfD derzeit zumindest gar nicht dazu bereit ist, diese überhaupt zu suchen.

Mir ist schon auch klar, dass es immer Streitereien, Intrigenspielchen und Machtkämpfe in Parteien geben wird. Diese sind quasi dem politischen Spiel inhärent. Das Problem ist nur, dass die AfD diese nach außen trägt und damit sich leicht angreifbar macht und zusätzlich ein abschreckendes Beispiel für Otto Normal und Lieschen Müller darstellt, der sie garantiert nicht wählen wird.

Selbiges gilt natürlich auch für alle Aktivisten, politischen Kommentatoren, Influenzer, alternativen Berichterstatter, Künstler, etc.

https://i.imgflip.com/2830aj.jpg

Stellt euch einfach mal vor, dass wir alle – also das gesamte liberalkonservative Lager – in einem brennenden Haus festsitzen, auf das von Brandstiftern weiter Benzin gekippt wird. Macht es dann so viel Sinn, sich über die Inneneinrichtung zu streiten? Denkt mal drüber nach, Froinde.

Es grüßt mit seiner Worte Weisheit,

Der Kapitalist

Veröffentlicht in

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s