Verwässert: Kunst

(Blog-Eintrag, zum ersten Mal am 15. Februar 2020 über die App Telegram gepostet)

Kunst wird heutzutage oft mit Popkulturellem Phänomen verwechselt.

Vor einigen Jahren, haben zwei „Kunstexperten“ in der Fernsehsendung TV Total einen „Künstler“ vorgestellt, dessen „Kunstwerke“ darin bestanden auf Zeitungsartikel zu ejakulieren und diese anschließend mit Glitzer zu bestreuen.

Das mag ein extremes Beispiel sein. Aber auch konventionellere gestalterische Erzeugnisse, wie Farben auf eine Leinwand zu klatschen, die keiner genaueren Vorstellung entspringen.

Kunst, Gestalterische Erzeugnisse und Popkulturelle Phänomene sind aber nicht ein und das selbe.

Kunst erfordert Fähigkeit, das andere nicht, bekommt aber dennoch Aufmerksamkeit oder kann als schön, gut oder bedeutungsschwanger etc. empfunden werden.

Es gibt Kunst, die unterschiedliche Fähigkeitsstufen erfordert. Es ist definitiv kein A oder B. Ein Fotorealistisches Portrait erfordert mehr Fähigkeit in Sachen Präzision, Intelligenz, Wissen, Gefühl, Motorik etc., als eine Karikatur, die grobe Merkmale benötigt, mehr Ungenauigkeiten verzeiht.
Beides erfordert aber eine gewisse Virtuosität, also künstlerische Fähigkeit, die sich am Maßstab des jeweiligen Bereichs / Genres mist.

Schönheit hat Regeln und folgt (mathematischen/ in Verhältnissen stehenden) Gesetzmäßigkeiten. Die Annäherung an eine möglichst definiertes Ziel, definiert die Stufe der Fähigkeit. Je mehr Fähigkeit ein Künstler hat, desto präziser arbeitet er handwerklich.
Wie eine harmonische Linie im proportionalen Verhältnis zu anderen präzisen Linien zu zeichnen, die insgesamt das Bild eines anatomisch korrekten menschlichen Arms darstellen.
Und diese Verhältnisse stehen (mit einem kleinen Abweichungsspielraum) in mathematischem Zusammenhang fest.

Willkürliche Linien kritzeln, mit der Ausrede „das ist ein Stil“ kann jeder und erfordert per se erstmal keine Fähigkeit.
Ein Stil ist es erst, wenn man Gesetzmäßigkeiten beherrscht und ANSCHLIEßEND erst abstrahiert.

Ein Kreatives Erzeugnis ist an sich erstmal keine Kunst, auch wenn sie als schön, gut oder bedeutungsintensiv empfunden wird.
Schönheit ist weniger relativ, als im alltäglichen Konsens behauptet und angenommen wird. Ob visuell oder akustisch wahrgenommen. Harmonie existiert nur, weil es eine bestimme Größe / ein Maß gibt.

Es gibt eine bestimmte, als am harmonischsten wahrgenommene menschliche Gesichtsanatomie. Je näher ein Gesicht sich diesen Formen annähert, desto harmonischer wird es empfunden.
Warum ein hübsches Gesicht als hübsch wahrgenommen wird ist, hat eine objektive Ursache. Und diese Ursache liegt in der physischen Effizienz begründet.
Das Zusammenspiel von Abständen und Formen, das ein möglichst effizientes Ergebnis zur Folge hat, ist besonders fit, gesund und erfolgreich.

Nichtsdestotrotz, sollte beides gesellschaftlich unter einem Schutz stehen. Ein popkulturelles Phänomen, so wie ein kreatives Erzeugnis, sollte demnach die selben Freiheiten haben wie Kunst.

Stil ist übrigens auch nicht zu verwechseln mit der Handschrift des Künstlers.

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